Ganztagskonzept

Seit dem Schuljahr 2014/15 fungiert die Schule als Ganztagsschule, in der aktuell etwa 135 von 230 Kindern den Ganztagsbereich besuchen. Das Konzept verfolgt das Ziel der Bildungsgerechtigkeit, um allen Kindern – unabhängig von ihrer Herkunft – optimale Bildungschancen und eine Atmosphäre der Freude und Ausdauer zu bieten.

1. Pädagogische Leitziele

  • Individuelle Förderung: Die Stärken jedes Kindes sollen erkannt und durch musische, kreative und bewegungsorientierte Projekte gefördert werden.
  • Schwerpunkt Leseförderung: Diese ist als durchgängiges Prinzip verankert, unter anderem durch feste Vorlesezeiten, eine eigene Schulbücherei, Autorenlesungen und Vorlesewettbewerbe.
  • Erweitertes Bildungsverständnis: Bildung findet nicht nur im Klassenzimmer, sondern an vielfältigen Orten in formellen und informellen Situationen statt.
  • Soziales Lernen: Durch den Klassenrat (nach dem Konzept „Stark-Stärker-Wir“) und die Ausbildung von Streitschlichtern wird die Persönlichkeitsentwicklung gestärkt.

2. Rhythmisierung des Tagesablaufs

Der Schulalltag ist durch einen Wechsel von Anspannung und Entspannung strukturiert (Rhythmisierung), um die Schule als Lebensraum erfahrbar zu machen.

Vormittag: Wechsel aus Unterricht, Lernzeiten und festen Pausen. Dazu gehören eine Vesper- und Vorlesepause (9:45–9:55 Uhr) sowie zwei Bewegungspausen.
Mittagsband: Beinhaltet das pädagogische Mittagessen in familiärem Rahmen (Tischkultur, Austausch) sowie offene Angebote in Funktionsräumen wie dem Ruheraum, der Bücherei, der Werkstatt oder den unteren Räumen.
Nachmittag: Zeit für Themenunterricht, Projekte, Klassenzeit und Angebote externer Partner.

3. Das Lernzeit-Konzept

Lernzeit: Anstatt klassischer Hausaufgaben gibt es verbindliche Lernzeiten (Montag bis Donnerstag), die dem Üben, Vertiefen und der Selbstorganisation dienen.

  • Tandem-Modell: Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte begleiten die Lernzeit gemeinsam im gewohnten Klassenraum.
  • Selbstständigkeit: Die Kinder werden zur „Hilfe zur Selbsthilfe“ angeleitet. Während die pädagogischen Fachkräfte den Prozess begleiten, bewerten die Lehrkräfte die inhaltliche Korrektheit.
  • Individuelles Tempo: Wer früher fertig ist, erhält zusätzliche Förderung (z. B. Lernkisten).

4. Kooperationen und außerschulische Partner

Ein wesentliches Merkmal ist die enge Vernetzung im Stadtteil:

  • Jugendfarm Botnang: An einem Nachmittag in der Woche verbringen die Kinder der Stufe 1 Zeit in der Natur, pflegen Tiere, bauen Hütten oder arbeiten in der Werkstatt.
  • Sport & Musik: Kooperationen bestehen unter anderem mit der SKG und dem MTV Stuttgart (Sport) sowie der Stuttgarter Musikschule.
  • Kindertreff Botnang: Für die Stufe 1 gibt es Angebote wie den „Werkstattführerschein“ zum Umgang mit Holz, Papier oder Ton.

5. Erziehungsgemeinschaft und Organisation

Der Erfolg des Ganztags basiert auf einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten:

  • Pädagogische Klassenteams: Feste Zuordnung von Fachkräften zu Klassen und wöchentliche Kooperationszeiten zwischen Lehrkraft und Erzieher.
  • Qualitätssicherung: Regelmäßige Jour Fixe zwischen Schulleitung und Träger (Jugendamt Stuttgart) sowie gemeinsame pädagogische Tage.
  • Partizipation: Kinder werden aktiv in Gremien wie dem Schülerrat an der Gestaltung beteiligt.
  • Elternbeteiligung: Eltern sind für die tägliche Kontrolle der Postmappe verantwortlich und werden durch regelmäßige Gespräche und Themenelternabende (z. B. zur Medienerziehung) eingebunden.

6. Rahmenbedingungen

Die Betreuung ist von 7:00 Uhr bis 17:00 Uhr (inklusive Früh- und Spätbetreuung sowie Ferienoptionen) sichergestellt. Die Räumlichkeiten sind nach dem Stuttgarter Raumstandard für Ganztagsschulen gestaltet und umfassen spezialisierte Funktionsräume und Außengelände

Stundenplan Beispiel Ganztag